Fernreise in Corona Zeiten

Fernreise in Corona Zeiten

Der Sommer ist zu Ende und es wird Zeit unser Winterdomizil zu beziehen. Einfacher gesagt als getan. Normalerweise wären wir schon längst auf unserer Weltreise, irgendwo in Süd Ost Asien und würden unsere Reise für das nächste Land planen. Nicht in den heutigen Zeiten. Covid-19, das Corona Virus, hat unsere Pläne zu 100% vernichtet und wir mussten umdenken. Asien hat sich seit März, dieses Jahres, so gut wie komplett für internationale Touristen verriegelt. Eine Fernreise dorthin ist nur mit vielen Hürden und hohen Kosten verbunden. In Kambodscha beispielsweise müssten wir zurzeit eine 3000Euro Kaution, pro Person hinterlegen. Nur für den Fall, dass eine Corona Virus Behandlung bezahlt werden muss. Das wären für uns 3 bereits 9000 Euro, die wir nicht bereit sind zu Zahlen für einen Monat Kambodscha. Eine Fernreise in Corona Zeiten gestaltet sich sehr schwierig. Wir haben es trotzdem gewagt.

Martinique – French Caribbean

Fernreise in Corona Zeiten
6feettravels

Wir haben es trotz der Corona Pandemie gewagt und sind eine Fernreise angetreten. Unser Ziel: Die Karibische Insel Martinique. Warum eine Fernreise in die Martinique? Erstens gehört die Insel zur europäischen Union, weil sie, trotz dass sie in der Karibik liegt, politisch zu Frankreich gehört. Zweitens kann Amy endlich wieder ihren Bruder sehen und Samuel seine Cousins.


Also, ab in den Flieger und auf in die Sonne und unter den Palmen. Leider entpuppt sich diese Fernreise auch nicht so einfach wie gedacht. Die Französischen Übersee Gebiete verlangen in den heutigen Zeiten ein paar Bedingungen für die Einreise: die Vorlage eines negativen Corona Test ist unumgehbar. Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein. Die Airlines nehmen diese Frist sehr ernst und lassen Passagiere die nur ein paar Stunden darüber sind nicht an Board. Wir hatten das weitere Problem, dass wir von München aus geflogen sind und eine Nacht in Paris übernachten mussten (weil es keinen direkten Flug gab).

„Ab wann zählt die Zeit?“

Also 72 Stunden ab den Münchner Flughafen oder ab den Pariser Flughafen? So viele Fragen die aufkommen und keiner wirklich eine Antwort drauf weiß ,da nicht wirklich viele Deutsche in Corona Zeiten so eine Reise, angetreten sind… nachdem wir uns im Internet und bei der Airline ein bisschen schlauer gemacht haben, wussten wir dass wir den Test ab den ersten Flug nachweisen müssen, also ab München schon.
Als wir Montagmorgen, 5:30Uhr zum Flughafen München aufgebrochen sind, hatte unsere Flugplanung noch viele Unbekannte Variablen. Wird der Flug tatsächlich stattfinden (Wir wurden bereits schon einmal Umgebucht)? Werden die Testergebnisse Rechtzeitig da sein (Wir hatten die am Freitag gemacht)? Was ist, wenn einer von uns positiv getestet wird? Was wenn unser Anschlussfug von Paris in die Martinique storniert wird? Viele Fragen die im Laufe unserer Reise beantwortet werden sollten. Nicht immer auf sanfte Art und Weise…

Unser Flug von München nach Paris CDG hebt um 12:40Uhr ab. Wir kommen 8:45Uhr am Flughafen München an. Die Testergebnisse liegen immer noch nicht auf der „Corona Warn App“ vor. Wir rufen leicht panisch unseren Hausarzt an, bei dem wir die Tests gemacht haben. Gute Nachrichten. Samuels und Steffens Testergebnisse liegen ihm bereits vor. Beide Negativ, abholbereit. Aber wir sind doch nicht mehr in Nürnberg, wie sollen wir die abholen!?!

„Ihr Test ist noch nicht Verfügbar“

Amys Corona Test ist noch in Bearbeitung. Wir versuchen also bereits guter Dinge unsere Rucksäcke aufzugeben. Am Schalter wurden uns dann mitgeteilt das der Check-in NICHT durchgeführt werden kann da keine physischen Nachweise vorliegen. Nervosität macht sich breit. Noch 3 Stunden bis der Flieger abhebt. Mit oder Ohne uns. Nach mehrmaliger Nachfrage am Schalter, wurde uns mitgeteilt, dass eine E-Mail von unserem Hausarzt auch als Nachweis ausreichen würde.


Wir rufen erneut unseren Arzt an. Dieser schickt uns eine erste E-Mail mit den Ergebnissen von Steffen und Samuel. Verweist uns aber auf das Labor für Amy’s Ergebnisse. Das Labor kann/will uns keine Auskunft geben. Inzwischen haben wir auch endlich die IT-Abteilung der „Corona Warn App“ erreichen können, die beim Versuch die Testergebnisse von Steffen und Samuel in die Corona App zu spielen den QR code gelöscht hat. Ergebnis: Keine Möglichkeit mehr die Tests per App vorzuzeigen.
15 Minuten noch bis zum Check-in Schluss und Amys Test Ergebnisse liegen immer noch nicht vor. Wir gingen erneut zum Schalter und wollten Sie schon umbuchen, auf einen späteren Flug nach Paris. Wie ein Wunder kam die ersehnte E-Mail vom Hausarzt mit den negativen Ergebnissen von Amys Test. Auf nach Paris!

Fernreise in Corona Zeiten

Der Anschluss Flug am nächsten Tag: Paris Orly nach Fort-de-France.
Mit gutem Gefühl gings vom Hotel zum Flughafen. Gepäckaufgabe. Selbes Spiel. „Leider sind Ihre Testergebnisse älter als 72 Stunden. Wir können Sie leider nicht an Bord lassen“. Die Nerven liegen blank. Nach langen Diskussionen mit den Managern, wie wir den einen zweiten Test hätten machen können/sollen und dass ein Wochenende dazwischen lag wurden uns das Check-in erlaubt. Wir durften allerdings nur fliegen, weil es keinen direkten Flug von München aus gegeben hat.

„Endlich in der Luft“

Das Gefühl, als das Flugzeug abhob war unbeschreiblich. Nun konnte nichts mehr zwischen uns und die Martinique kommen, keine weiteren schlechten Botschaften, keine weiteren Hürden.

Die Hygiene Vorkehrungen, die die Airlines im Flugzeug treffen müssen, sind mehr oder weniger verständlich. Fragende Blicke kamen bei uns auf als am gesamten Flughafen auf den Mindestabstand geachtet wurde und im Bus vom Gate zum Flieger die Leute „wie früher“ reingequetscht wurden. Im Flieger selbst, konnte der Mindestabstand natürlich auch nicht eingehalten werden. Alle sitze waren besetzt. Jeder der bereits einen Langstrecken Flug hinter sich hat weiß wie eng man hier „aufeinander“ Sitzt.

Trotz all dieser Hindernisse und Komplikationen, sind wir natürlich Dankbar das wir überhaupt die Möglichkeit hatten die Fernreise anzutreten und die Airline wieder ein wenig Umsatz machen konnte. Eine Fernreise in Corona Zeiten ist unserer Erfahrung nichts für schwache Nerven.

Fernreise in Corona Zeiten

P.S. Auf dem Gesamten Flug von 9 Stunden war Maskenpflicht im Flugzeug. Außer zum Kaffee und Essen, da durften wir die Masken alle abnehmen da Corona hier auch Mittagspause hat 😉

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